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In Versform wird darin beschrieben, dass die italienischen Hexen ihre Zauberei für die Befreiung der Bauern von der Zinsknechtschaft und allgemein für die Abschaffung jeglicher Unterdrückung einsetzen. Außerdem werden die Sabbate dort als Feste beschrieben, auf denen die ?Hexenkönigin? und römische Göttin Diana verehrt wird.
Die Echtheit des ?Evangelium der Hexen? als Aufzeichnungen aus einem alten Kult bleibt bis heut umstritten. Man kann den Text im Zusammenhang mit der Lebenssituation der süditalienischen Bauern des letzten Jahrhunderts betrachten. Für sie wird der Glaube an zauberkräftige Helferinnen im Kampf gegen die unterdrückenden weltlichen Mächte eine Quelle der Hoffnung gewesen sein.
Lelands Buch geriet in Vergessenheit, bis Ende der zwanziger Jahre die britische Ägyptologin Margaret Murray ihr Buch
?The God of the Witches? (Der Gott der Hexen) veröffentlichte. Sie stellte darin ?besonders für die englischen Hexenprozesse- die These auf, dass die in der Folter gemachten Geständnisse der ?Hexen? auf das Überleben eines steinzeitlichen Glaubens and den ?gehörnten Gott? und dessen Priesterinnen zurückgehen. Diesen Gott hätten die christlichen Theologen dann zum Teufel gemacht und seine Anhängerinnen zu ?Hexen?. Obwohl Margaret Murrays These auf Grund ihrer einseitigen und eingeschränkten Benutzung der Quellen bald abgelehnt wurde, war es doch ihr Verdienst, überhaupt auf die Möglichkeit der Existenz vorchristlicher Kulte hingewiesen zu haben.
Wicca Kult und Hexenfeste
Nach Margaret Murray was es dann besonders Gerald Gardner,
der sich in den fünfziger Jahren für das Vorhandensein
zeitgenössischer "witches´ covens" (Hexenzirkel von
zwölf Personen) in England aussprach und daraus eine Erklärung
für den mittelalterlichen "Hexenkult" ableitete. In
den angeblich bis heute bestehenden Zirkeln wird de sogenannte
Wicca-Kult zelebriert, was Gardner mit eigenen Erfahrungen in
dieser Religion belegen wollte.
Im deutschsprachigen Raum war es Will-Erich Peuckert, der die
Kult -Theorie zu neuen Ehren brachte. Für ihn bestanden die
Sabbate der "Hexen" in ausgelassenen Festen
sogenannter Weiberbünde mit ekstatischen, erotischen Tänzen.
Der Volkskundler Peuckert versuchte, dies mit Volksbräuchen zu
belegen, die seiner Ansicht nach auf
"weiberzeitlicher" Sitten zurückgehen, z.B. auf das
Fest der Hebammen-Wahl, von dem die Männer völlig
ausgeschlossen blieben.
Dass die Kult-Theorie auch ganz entgegengesetzt
interpretierbar ist, zeigen die Arbeiten des katholischen
Theologen Motaque Summers. Er übernahm die These, dass im
Mittelalter und in der Renaissancezeit eine organisierte
Hexensekte bestanden habe, die - wie er es ausdrückt - den
katholischen Glauben zerstören wollte. Damit versucht er die
Folterungen und Verfolgungen als Verteidigungsmaßnahem der
Kirche zu rechtfertigen.
Zu den bedeutendsten vorchristlichen Religionen, bzw. Kulten des europäisch bis vorderasiatischen Kulturkreises gehört die
Mithrasreligion. Wer sich mit der Mithrasreligion schon einmal
befasst hat, konnte damit einen Einblick in das religiöse Denken des Altertums
gewinnen und zugleich einen Zugang zum Phänomen des Aufstiegs des Christentums zu erhalten.
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