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Der Beruf Hebamme im Mittelalter
Von jeher halfen Frauen einander bei der Geburt. Meist waren es ältere
Frauen mit Erfahrung und Pflanzenkenntnissen, die hoch geschätzt wurden.
Schwangerschaft und Geburt waren bis ins späte Mittelalter von kultischen
Bräuchen begleitet.
Taufe und Feste
Geburten waren ein Anlass für Freudengelage der Frauen des Dorfes. Die
Feste sollten dem neugeborenem Kind gute Wünsche, Glück und Gesundheit bringen.
Deshalb wurde mit Wein und Tänzen ein ausgelassenes
wildes Fest gefeiert.
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Deutscher Gebärstuhl, nach Jacob Rueff,
1581
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Die Praxis der Hebamme im Mittelalter
Die medizinische Praxis der Hebamme umfasste Verhütungs- u. Abtreibungsmethoden ebenso wie fruchtbarmachende Behandlung und Liebeszauber.
Die Hilfe während der Geburt bestand in der Gabe beruhigender, wehenfördernder oder wehendämpfender und blutstillender Mittel, wie z.B. dem Mutterkorn, das noch in der modernen Geburtshilfe Anwendung zur Einleitung der Wehen findet.
Es ist auch anzunehmen, dass es als Abtreibungsmittel gebraucht wurde. Oft halfen sie auch, indem sie die Gebärende zur Masturbation anhielten, um ihr den Geburtsvorgang durch Entspannung zu erleichtern. Sie verstießen so in vieler Hinsicht gegen die christlichen Dogmen.
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| Hebammen, das Kind herausziehend. |
Hygienevorschriften für die Hebammen entstanden
Ab 1400 begannen die ersten Reglementierungen das Hebammenwesen: der Stand der berufsmäßigen Hebamme wird in den Städten eingeführt. Ab 1452 gab es dann die ersten Hebammenordnungen, durch die die Tauffeste eingeschränkt und die Arbeit der Hebammen kontrolliert wurde. Sie enthielten hygienische Vorschriften, sowie die Verpflichtung zur Nottaufe, und schrieben die Aufsicht eines Arztes vor.
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Titelbild des Hebammenbuches von J. Rueff,
"De Conceptu", 1580 |
| Vor allem verstieß die Hebamme gegen die biblische Forderung: "unter Schmerzen sollst du gebären"
und die Vorstellung von der Unreinheit der Körperfunktionen, die sich vor allem auf die Frau als Verkörperung der Natur bezog. Die Widersetzung der Hebamme gegen christliche Leibfeindlichkeit machte sie zur "Hexe", wie aus dem Hexenhammer und
zahlreiche Prozessakten hervorgeht. |
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| Übersicht zu Hexen
- Wicca & Magie |
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