Wie stand es nun mit dem Hexenglauben?
Die Germanen, die ja als unsere Vorfahren gelten, lebten gezwungenermaßen in engem Kontakt mit den römischen
Besatzern. Bevor
die Römer die Germanen unterworfen hatten, genossen deren Seherinnen wie z.B. die
Veleda, einen guten Ruf. Selbst römische Geschichtsschreiber wie Tacitus berichten sehr anerkennend über diese. Solche Frauen nun zeichneten sich durch eine besondere Fähigkeit zur Verständigung mit den Göttern aus.
Aber es gab auch die Vorstellung von Schadenszauber treibenden Frauen. Was bei den Germanen allerdings nicht bekannt war, das waren Ideen
wie die Kindertötung zu magischen Zwecken oder etwa die Luftfahrt mit Dämonen. Hier brachten die Römer ihr Kulturgut erfolgreich
ein!
Als dann im 5. Jh. u.Z. (d.h. unserer Zeit, also nach der Zeitwende des Jahres 0) die neue Religion,
das Christentum, ihren Siegeszug antrat, wurde jegliche Magie, jegliche Vorstellung von magischen Frauen, zu denen auch die Seherinnen gezählt wurden, für heidnisch erklärt und bestraft. Und so finden sich in den 'Volksgesetzen' von christianisierten Germanenstämmen drastische Strafen für das Praktizieren heidnischer Glaubensformen. Diese Gesetze waren auf Anordnung der fränkischen Fürsten aufgeschrieben worden. Indem sie die germanischen Gottheiten als heidnisch bezeichneten, erhofften sie sich die Hilfe der christlichen Kirche und ihrer Verwaltung bei der Beherrschung des Landes.
Das Volk aber, hing anscheinend noch lange seinen alten Gottheiten an und übte deren Kulte im Geheimen aus. Dazu gehörte auch der Glaube an das Wissen der Kräuterfrauen.
So schaffte es also die Kirche die Vorstellung von zauberischen Frauen als heidnisch und verdammenswert vermittels weltlicher Strafgesetze festzuschreiben. In dieser Zeit war der Glaube an Zauberei für die Kirche ein Schritt zurück ins Heidentum, der verhindert werden sollte. Wer damals an heidnische Götter glaubte, der galt für die Kirche als Ketzer. Doch später, da verlangte die Kirche , dass ohne zu zweifeln an die Existenz von Dämonen und bösen überirdischen Mächten geglaubt und diese dann für verdammenswert gehalten werden
sollten.
Wie kam es zu den Hexenverbrennungen?
Die Hexe - eine böse zauberische Frau? Sicher, man nannte sie noch nicht so, aber diese Vorstellung gab es bereits vor den Hexenprozessen des 16. und 17. Jh. und sie überdauerte sie wie wir es beim neuzeitlichen Hexenglauben sehen.
Die Hexenprozesse waren nicht einfach über Nacht da. Es fragt sich, woher z.B. die Form des Prozesses kam, mit der Ausschaltung der Verteidigung, wer zuerst die Folter offiziell verwendete.
Dazu ist es notwendig, sich die Vorläufer der Hexenprozesse einmal anzusehen: nämlich die Ketzerprozesse.
Seit das Christentum im 4. Jh. u.Z. zu offiziellen Staatsreligion geworden war, wurden auch Zweifler aus den eigenen Reihen beseitigt. Zuerst wurden diese Häretiker (d.h. Abweichler von der Kirchenlehre ) nur aus der Kirche ausgeschlossen. Dann aber auch verfolgt und schließlich sogar in großer Zahl verbrannt, nur weil sie über Glaubensdinge eine andere Meinung hatten. Man nannte diese Massenverbrennungen 'Auto da Fe', d.h. Glaubensakt.
Da die Hexenverbrennung auch heute noch ein weit
verbreitetes Thema ist, werden diese grausamen Taten aus der
Zeit der Inquisition, Hexenverfolgung und Verbrennung im Kino
häufig verfilmt. "Der Name der Rose" ist einer der
bekanntesten Filme, in dem die Hexenverbrennung dargestellt
wurde. Die letzte Hexenverbrennung fand noch 1775 in Deutschland
statt.
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