Ihre Hoffnung scheint sich zu erfüllen, als in Wittenberg ein Mönch namens Martin Luther den Kampf gegen das übermächtige Papsttum aufnimmt. Er will die Kirche reformieren, indem er sie von Korruptheit und Ausbeutung der Armen befreien will.
Angeregt von seinem Mut und auf die von ihm übersetzte Bibel vertrauend, beginnen etliche Bauern unter reformatorischen Parolen, der Bedrückung durch ihre Herren Widerstand entgegenzusetzen. Doch Luther, auf dessen Hilfe sie hofften, enttäuscht
sie ...
Er stellt sich auf die Seite der Herren, weil die Bauern ihm zu radikale Forderungen stellen. Die Herren schlagen die Aufstände blutig nieder. Und als man die Bauern vierteilen, rädern und blenden lässt, als die Blutgerichte der Herren durch die Dörfer ziehen und nach Aufständischen suchen, da heißt Luther es gut.
In dieser Zeit schüren Wanderprediger mit Reden von der "Endzeit der
Menschheit" die Angst der Bevölkerung vor dem Jüngsten Gericht, also der Abrechnung Gottes mit den Sündern.
Plötzlich werden unerklärliche Himmelserscheinungen, wie Hagel im Sommer, Kometen, oder unheilbare Krankheiten als Gotteszeichen genommen. Anscheinend will Gott die Menschen strafen.
Der Grund kann nur sein, dass nicht genügend an ihn geglaubt worden ist. Also sucht man diese
"Kleingläubigen", sucht Sündenböcke für Unglücksfälle.
Und war erst
einmal ein Gerücht in Umlauf und es erreichte einen Hexenrichter, so begann für diesen Landstrich die Suche nach den Hexen. Nur diese konnten die Gottesverleugner sein und die Feldverderber und
Krankheitsverursacher!
Hexen beim Einsalben (Grien 1514)
Es galt der Satz:
Wo eine Hexe ist, da müssen auch mehr sein, da auf dem Sabbatfest immer viele von ihnen anzutreffen sind.
Und so wurde gefoltert, bis man die Namen von vielen angeblichen Hexen
hatte.
Mönche beim
Verhör (Scherr 1878)
Die Kräfte der Reformation hatten im Jahre 1555 einen Teilfrieden gegen die katholischen Fürsten und Geistlichen durchgesetzt, der besagte, dass jeder Landesherr entscheiden könnte, welcher Konfession (katholisch oder
evangelisch) eine Bevölkerung angehören sollte.
Kam es zu Kämpfen und eventuellen Gebietsabtretungen, so änderte sich die Religion der Menschen von einem auf den anderen Tag.
Und damit auch die Gewissheit, was gerade
"rechtgläubig" und was "ketzerisch" sei. Diese Unsicherheit dürfte in einem nicht geringem Maß zu einer starken Lebensangst geführt haben und damit zu einer Suche nach Sündenböcken.
Nachdem sich die katholischen Kräfte in Deutschland im 17. Jh. wieder verstärkt hatten, gingen sie dazu über, die Errungenschaften der Reformation rückgängig zu machen.
Darüber kam es zu einem Krieg, der erneut der Bevölkerung Tod, Vergewaltigung, Folter, Hinrichtungen brachte. Fast 40
Prozent der Bewohner werden getötet. Das Überleben ist zur Glückssache geworden.
Angst und Resignation waren wohl die bestimmenden Merkmale der Zeit .
Kein Wunder, dass man froh war, Schuldige für all das Unglück gefunden zu haben, das einen getroffen hatte. Konnte nicht alles nur besser werden, wenn man das
"Böse" vernichtete, verbrannte?
Konnte man sich selber und seine Familie nicht sicherer fühlen, wenn man selbst andere anzeigte und denunzierte
War es nicht die beste Art eigenes Unglück zu vergessen, wenn man beim Verbrennen einer Hexe zusah, die ja nun wirklich für alles verantwortlich war?
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bzw. Begriffe aus der Bibel mit Hilfe einer Suchfunktion schnell
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