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| ::: Der Zufall und die Hexen ::: |
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Der Zufall und die Hexen im Mittelalter
Der Beginn eines Hexenprozesses war von Zufällen abhängig, z.B. davon, ob der jeweilige Landesherr die Verfolgung unterstützte oder nicht. Da Deutschland im 16. und 17. Jh. in kleine und kleinste Regionen aufgeteilt war und es keine zentralisierte Gerichtsbarkeit gab, war auch das Vorgehen der Hexenverfolger nicht einheitlich.
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Manche Landstriche blieben jahrzehntelang verschont, während ringsherum die Menschen verbrannt wurden. Dann aber, beim Tod des alten Fürsten, der vielleicht gegen die
Verbrennungen im eigenen Land war, konnte eine andere Situation
entstehen.
Der Nachfolger fürchtete sich vor Hexen, glaubte an
sie, ließ nach ihnen suchen und Hexenrichter ins Land kommen. Diese fanden natürlich Hexen. Denn immerhin erhielten sie ihre
Bezahlung nach dem Vermögen der Verbrannten! Genauso plötzlich
war aber auch manchmal das Ende einer solchen Prozesslawine,
wenn nämlich ein neuer Herrscher die Hexenrichter aus dem Land
warf, weil er nicht an die Gefährlichkeit der Phantasien von
alten Frauen glaubte.
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Die "spanischen Stiefel" oder
"Beinschrauben" sind Knochenbrecher aus Metall, die um
das Bein geschlossen und dann immer fester zugeschraubt werden. |
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Waren Phantasien verantwortlich für die Hexenprozesse
und Folter
Stellt man sich jetzt einmal die Frage nach der Verantwortung für die Hexenprozesse, so kommt man zu dem Schluss, dass man unterscheiden muss zwischen den Phantasien der Inquisitoren , denen der angeklagten Frauen und dem, was wirklich
z.B. bei den Hebammen passierte. Im folgenden versuchen wir, verschiedene Erklärungsmuster zu geben:
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| "Verbrennung
von 18 Personen in Salzburg, anno 1528" |
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Die Hexe - ein Wahnbild der Menschen?
Diese These geht davon aus, dass es keine Hexen gab, sondern dass es Vorstellungen sind, die durch kirchliche Predigten , durch die allgemeine Lebensangst der Zeit, verstärkt wurden. Sie sind gekennzeichnet dadurch, dass sie auf keinen erklärbaren Ängsten beruhen, sondern eben
wahnhaft sind Waren dann Frauen erst einmal als Hexen verdächtigt oder glaubten selbst, eine solche zu sein, so waren menschliche Maßstäbe nicht mehr angebrachte und es durfte gefoltert und verbrannt werden.
Die Hexe - durch Hexenprozesse gemacht?
Viele Autoren gehen davon aus, dass es zwar den Glauben an Frauen mit übernatürlichen Kräften im Volk gab, dass aber die eigentlichen Hexen, die verbrannt wurden, nicht weiter als Opfer einer unerbittlichen Maschinerie waren. Opfer auch der Denunziationen, der Folter, der Anklagen. Opfer, für die es kein Entrinnen gab: denn es war egal wie sich eine Frau verhielt, brav, aufmüpfig, schlau, dumm, kess, schüchtern... - zur Hexe konnte sie allemal gemacht werden. Es reichte, wenn sie von einer Gefolterten genannt worden war, dass diese sie auf dem Blocksberg gesehen hätte, und schon war sie auch in dem Spinnennetz
gefangen.
Da der Vorwurf, jemand sei eine Hexe oder ein Hexer, auf
jeden Fall die Verhaftung oder die Folter nach sich zog, war es
ein untrügliches Mittel, seine persönlichen wie auch
politischen Gegner auszuschalten. Aber nicht nur das, sondern auch
Erbstreitigkeiten und Ehekräche wurden auf diese Weise
"gelöst".
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Kostenberechnung über die am 24. April 1323 in Carcassonne vollzogene Verbrennung von vier Ketzern:
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| Für dickes Holz |
55 |
Sols |
6 |
Denare |
| Rebenholz |
21 |
" |
3 |
" |
| Stroh |
2 |
" |
6 |
" |
| vier Pfähle |
10 |
" |
9 |
" |
| Stricke zum Festbinden |
4 |
" |
7 |
" |
| Die Henker je 20 Sols |
80 |
" |
- |
" |
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Summa: 8 Livres 14 Sols 7 Denare |
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Nach einer Originalrechnung des Rats von Zuckmantel vom 20.Oktober 1639 brachte das Einäschern von 11 Hexen 425 Reichstaler ein.
Davon empfing:
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| der Bürgermeister |
9 |
Taler |
6 |
Groschen |
| der Rat |
9 |
" |
6 |
" |
| der Vogt |
18 |
" |
6 |
" |
| die Gerichtsschöffen |
18 |
" |
12 |
" |
| der Stadtschreiber |
9 |
" |
6 |
" |
| der Stadtdiener |
9 |
" |
6 |
" |
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Der Überrest von 351 Talern 23 Groschen wurde dem
Fürstbischof von Breslau als dem Landesherrn
eingehändigt.
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Kostenberechnung der bei der
Verfolgung von Hexen in Lindheim entstandenen Spesen:
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Dem Wirt zu Hainchen (11/2 Std. von Lindhein)
NB.
Was der Hexenkönigin nachgesetzten Schützen daselbst vertrunken..............
2
Rthlr. 7 Alb.
Den 12.Januar 1664 Hans Emmeichen zu Bleichenbach (2 Std. von Lindheim) was der
Ausscuss bei der Hexenjagd allda verzehret, NB!
in
zwei Tag daselbst versoffen................ 8
Rthlr. |
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Hexenprozesse stellten Einnahmequellen dar
Nicht nur die Hexenrichter profitierten von den Hexen, auch
böswillige Mitmenschen konnten damit ihr Schäflein ins
Trockene bringen. Bei dem "Fall" Katharina Henoth aus
Köln, die als Hexe angeklagt und gefoltert wurde, ist deutlich,
dass diejenigen, die nach ihrer Verbrennung die Poststelle
erhielten, an der Ausstreuung der Gerüchte nicht unbeteiligt
gewesen waren. Wichtig ist, dass die Hexenprozesse eine
wesentliche Einnahmequelle darstellen: für den Landesherren,
den Gerichtsherren, den Schreiber, den Richter, den Henker, den
Gehilfen. siehe Kostenaufstellung
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| Übersicht zu Hexen
- Wicca & Magie |
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