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| ::: Hexenverfolgung - Verfolgung von Geisteskranken ::: |
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Die Hexenverfolgung
Verfolgung von Geisteskranken
Die staatliche und kirchliche Gewalt vollzieht sich heute nicht mehr auf dem Scheiterhaufen, die Machtausübung ist subtiler geworden:
Diejenigen, die von der gesellschaftlichen Norm abweichen, werden seit dem 17./18. Jahrhundert nicht mehr allein mit moralisch-religiösen Vorwürfen verfolgt, sondern immer öfter mit wissenschaftlich untermauerten Theorien als krank erklärt.
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Sie werden scheinbar nicht mehr bestraft, sondern in Heilanstalten einer "medizinischen Behandlung" unterzogen. Die Abweichungen sind zum Teil dieselben, sie werden nur anders benannt: Besessenheit heißt nun Wahnsinn oder Hysterie und wie bei den Hexen ist Sexualität, die nicht ausschließlich der Fortpflanzung dient, im 18. Jahrhundert der erste Maßstab zur Bestimmung der Geisteskrankheit.
Mediziner schreiben Bücher über Masturbation und Homosexualität: Beides soll zum Wahnsinn führen. Frühe Irrenanstalten gleichen Gefängnissen und die Therapie eher einem Strafprogramm.
Besonders deutlich wird die Veränderung, wenn man sie geschlechtsspezifisch sieht: Die meisten Hexen waren Frauen, Hysterie ist bis heute eine typische "Krankheit" von Frauen. Es wäre jedoch falsch, die Hexe als verkannte Geisteskranke zu bezeichnen.
Ihnen gemeinsam ist jedoch, dass sie die weibliche Rolle in
Frage stellen: Die Vorstellungen von der Hexe passte nicht in das von der Kirche geforderte Frauenbild, und daher wurden so viele "Hexen" umgebracht.
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Tanzwütige Frauen von Pieter Bruegel
d.Ä.
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| Besessene 1725 |
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Der französische
Arzt Charcot
(1825-93) mit einer Patientin |
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| Später werden Frauen zunehmend zum Opfer einer auf die Spitze getriebenen Weiblichkeit, der sie nur durch Ohnmacht, durch "Hysterie", zu entfliehen versuchen.
Zur Bestimmung der weiblichen Psyche trug um 1800 unter anderem die Entdeckung bei, dass die Frau auch ohne Lust empfangen könne.
Damit war der Zwang zur Mutterschaft und die Ausschaltung der weiblichen Sexualität (die man bei den Hexen gefürchtet hatte) wissenschaftlich abgesichert. Die Krankheit wurde damit erklärt, dass sie ihre natürliche Erfüllung als Mutter nicht fand. War sie nicht durch ein "normales Frauenleben" zu kurieren, bestand die Therapie
der Verätzung der Geschlechtsorgane oder deren totaler Entfernung (im 19.Jh.).
Elisabeth Packard, von ihrem geistlichen Ehemann als Hexe
verfolgt
"Hätte ich im 16. und nicht im 19.Jh. gelebt, so würde sich mein Gatte der damals geltenden Gesetze bedient haben, um mich als Ketzerin für diese Abweichung vom herrschenden Glauben zu bestrafen, während er jetzt unter dem Einfluss irgendeines Geistes der Unduldsamkeit diese selbstherrliche Institution als Folterinstrument benutzt, um bei mir dasselbe zu erzielen - nämlich den Widerruf meines Glaubens.
Anders ausgedrückt, statt mich mit dem veraltetem Titel einer Ketzerin zu belegen, bedient er sich einer modernen Wendung indem er nicht Ketzerei sondern Wahnsinn als das Verbrechen angibt, für das ich nun bei einer unserer modernen Inquisitoren zu endloser Einkerkerung verurteilt bin.
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Die Salpetriere, älteste Irrenanstalt Frankreichs |
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| Patienten
der Nervenklinik Troizkoja bei Moskau (Zeit 5.8.78) |
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Künftige Zeitalter werden ein Großteil dessen was heute Wahnsinn heißt, mit ähnlichen Empfindungen betrachten, wie wir jetzt die armen Wesen, die in Salem, Massachusetts, als Hexen leiden mussten."
Dies ist nur ein Beispiel dafür, dass moralische, politische und medizinische Kategorien als Kontrollorgane
ineinander greifen, soll jedoch nicht sagen, dass jede "Therapie" Kontrolle bzw. moderne Inquisition sei. Es gibt jedoch auch heute Beispiele für diese Verquickung Der amerikanische Senator McCarthy setzte die gesellschaftliche Sünde des Kommunismus mit der moralischen der Homosexualität gleich und benutzte diese beiden Etiketts, als seien sie identisch.
Auch andere Beispiele zeigen, dass die Psychiatrie nicht zur "Heilung" der vermeintlich Kranken da ist, sondern zur Ausgrenzung des Anormalen, das die gesellschaftliche Norm in Frage stellen könnte.
Die politische Praxis der Ausschaltung von Dissidenten in der UdSSR besteht oft in der Internierung in "Heilanstalten Die Einweisung in eine Anstalt ist auch hier oft eher ein Weg zum Verrücktwerden als zur Heilung und somit eine bequeme Methode, Unbequeme auszuschalten durch Entmündigung.
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| Übersicht zu Hexen
- Wicca & Magie |
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