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| ::: Der Weg der Wicca ::: |
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Der Weg der Wicca
Während in Mitteleuropa die Hexenjagd des 15. bis 17. Jahrhunderts zu Massenmorden führte, war die Inquisition der englischen anglikanischen Kirche vergleichsweise harmlos. Es wurden weniger Menschen wegen Hexerei verurteilt und bei den Prozessen wurde oft richtig zwischen Anklage und Verteidigung verhandelt, was auf dem Kontinent und auch im katholischen Schottland nur noch zum Schein geschah.
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Andererseits hat man in England das Gesetz gegen Hexerei erst 1951 aufgehoben. Beides
kennzeichnet die englische Besonderheit in der Haltung zum Hexenglauben. Man ist dort stärker bemüht, die Realität hinter den Hexereivorwürfen zu erfassen, man hält Zauberei eher für möglich und ist, wie die vielen englischen Bücher zu diesem Thema zeigen, viel mehr mit diesem Thema beschäftigt.
Es erscheint folgerichtig, dass in den zwanziger Jahren in England die Theorie von Margaret Murray entstand, mit der Inquisition sei ein alter naturmystischer Kult verfolgt worden. Um 1940 stellte Gerald Gardner dann die These auf, dieser Kult habe bis heute überlebt (siehe Mit der Aufhebung des Hexereigesetzes 1951 traten dann verschiedene englische "Hexenkulte" ans Licht der Öffentlichkeit. Diese kleinen Religionen haben wirklich oft "vorchristlich" anmutende Züge. Es ist aber bis heute nicht sicher, ob es tatsächlich "alte" naturmagische Gruppen gibt, deren Tradition bis ins Mittelalter oder weiter zurückreicht.
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Kulthandlungen der Wicca |
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| Die besondere Aufmerksamkeit der Journalisten genießt der "Wicca"-Kult, der sich schon im Namen auf einen altenglischen Ausdruck für "weise Frau"
(wicca, heute noch im Englischen "witch" für Hexe und weise Frau) bezieht. Der Wicca-Kult hat angeblich "matriarchalische" Züge. Eigentlich ist es aber nur so, dass die Hohepriesterinnen des Wicca dieselbe Macht haben wie die Hohepriester. |
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| Ein Mann und eine Frau stehen jeder Gruppe vor. Ihre Riten sind aufgezeichnet in dem Gerald Gardner zugeschriebenen "Buch der Schatten". Die Riten enthalten tatsächlich aus vergangenen Zeiten oder von "Naturvölkern" bekannte Formen, z.B. den Sprung über das Feuer, rituelle Fesselung und Geißelung der Neulinge, Nacktheit bei den Zeremonien und das Tragen von Fellmasken. |
| Bei diesen Abbildungen von Kulthandlungen der Wicca
ist auffällig, dass Frauen meist nackt und Männer bekleidet
dargestellt werden. Die Frau wird so zum Kult- und Lustobjekt, der
Mann zum beherrschenden Hohepriester. |
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Viele Kulthandlungen leiten sich aber auch aus Traditionen des Christentums und
mittelalterlicher Dämonenbeschwörungen ab, z.B. der magische Kreis mit hebräischen
Bezeichnungen für magische Macht auf den Rändern oder die Verwendung von
silbernen Messkelchen.
Ziel des Wicca ist die Herstellung einer Beziehung mit magischen Mächten in
der Natur, mit Geistern und "alten" Göttern. Dadurch soll den Anhängern
eine Vervollkommnung ihrer Persönlichkeit möglich werden.
Höhepunkt dieser Entwicklung ist der "große Ritus", der rituelle Geschlechtsverkehr im magischen Kreis, der die Aufnahme einer "universalen Lebenskraft" ermöglichen soll.
Der Wicca-Kult ist seit den vierziger Jahren bekannt, verwandte Formen schon seit dem vorigen Jahrhundert. Aber erst in den sechziger Jahren "passte" er auf einmal richtig zu Strömungen der allgemeinen Kultur, zur sexuellen Liberalisierung, zur verstärkten Abkehr vom Christentum usw. Damals wurden sehr viele Berichte von Wicca-Zeremonien veröffentlicht. In der Darstellung durch Zeitschriften, Bücher und Fernsehen bekamen die Lehren Gerald Gardners eine völlig andere Form.
Das "Buch der Schatten" spricht von gleichberechtigten Priestern und Priesterinnen. In der Presse erschienen jedoch vor allem Berichte und Bilder von nackten jungen "Hexen", welche von finsteren, bekleideten Hohepriestern eingeweiht werden.
Durch diese Verzerrung konnte aus einem Stück Subkultur ein modisches Thema
werden. In der Folge bekamen vor allem englische und amerikanische
"Hexenkulte" großen Zulauf, ständig bilden sich neue Gruppen.
Es bleibt abzuwarten, ob durch das sensationslüsterne Echo der
Öffentlichkeit die Kulte sich nicht langsam selbst verändern. Möglich wäre,
dass die eigentlich Rolle der Frau als gleichberechtigte Priesterin allmählich
entsprechend den männlich geprägten Vorstellungen von "nackten jungen
Hexen" verändert wird.
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| Übersicht zu Hexen
- Wicca & Magie |
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