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| ::: Hexenwahn - verfolgte Frauen in Deutschland ::: |
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Verfolgte Frauen in Deutschland
Aus dem Bericht einer jahrelang als Hexe gequälten Frau in Niedersachsen.
Vor acht Jahren bat eine junge Nachbarin mich, ihr vier Wochen altes Kind tagsüber zu sich zu nehmen, damit sie bei einem Bauern arbeiten kann. Nach einigen Monaten bekam das Kind Schorf. Nach dem Besuch des Arztes bat die Mutter mich, herüberzukommen. Sie erzählte, dass der Arzt das Leiden auf die Nahrung des Kindes zurückführe.
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Während wir uns noch unterhielten, kam eine Nachbarin, hörte eine Weile zu und sagte dann: "Nein, am Essen liegt es nicht. Da liegt was ganz andres
vor!" Einige Zeit später hörte ich von meiner Nichte: "Die Nachbarin sagt, Du wärest eine Hexe und hättest das Kind behext."
Das Kruse Archiv enthält ein
ganze Reihe von erschütternden Briefen, welche von verfolgten
Frauen geschrieben wurden. Ihre Rolle als "Hexe" hat sie
völlig erdrückt, sie werden von allen gehasst. Die einzige
Lösung ist oft nur noch, an einen anderen Ort zu ziehen.
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Im Dorf verbreitete sich das, Gerücht immer stärker, und als ich infolge der Verleumdungen ein Nervenleiden bekam, sagte die Nachbarin, das musste ja kommen, soviel, wie die auf dem Gewissen hat. Ich glaubte aber, dass sicher unser Dorfpolizist helfen würde. Ich ging zu ihm, erzählte ihm alles und bat um Hilfe.
Er hatte nicht viel Vertrauen zu meinen Worten und sagte sogar: "Gehen sie doch zu ihrer Nachbarin und sagen 'Ja, ich bin eine Hexe, ich werde auch Eure Schweine verhexen."' Ich sagte sehr traurig:" Nein, das sag' ich nicht. Dann schreibe ich lieber an die Staatsanwaltschaft in Lüneburg, denn wenn ein Mord geschehen ist, bemüht sich die Staatsanwaltschaft sofort. Und dies ist Seelenmord. Das ist das Schlimmste, was es gibt."
Ein 72- jähriger pensionierter Beamter schreibt über eine Hexe:
Ich bin fest überzeugt, dass sie eine Hexe ist, die sich abends im Keller mit den bösen Geistern unterhält. Vor zehn Jahren, als sie zu mir ins Haus kam, war ich ein großer kräftiger, gesunder Mann zwei Zentner schwer. Heute bin ich nur noch ein Skelett, 130 Pfund schwer. Täglich werde ich schwächer und elender.
Und alle Bekannten können sich diesen Zustand nicht erklären. Auch die Ärzte schütteln die Köpfe. Ich frage Sie: Können solche Weiber auf meinen Körperzustand einwirken? Ganz besonders muss ich auf den bösen Blick der Frau hinweisen. Sie soll ihren ersten Mann und auch eine entfernte Verwandte totgehext haben. Ich bin beim Staatsanwalt gewesen. Er hat mich auf den Privatklageweg verwiesen. Aber was versteht so ein Beamter davon?
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