Amulette sind in fast allen Kulturen und Religionen bekannt. Angeblich
sollen Amulette magische Kräfte besitzen, Glück bringen (energetische,
sakramentale Wirkung) und auch vor Schaden sowie bei Schwangeren vor dem
Bösen Blick schützen. Mann kann sie aus den verschiedensten Materialen
wie Silber, Bernstein, Jade, Gold erwerben. Die Auswahl der Symbole ist
dabei sehr vielfältig, vom Drachen, Lotusblüte, keltisches Amulett bis
hin zum berühmten Xiom-Amulett mit seinen geometrischen Zeichen als
besonderes Merkmal.
Hexenjagd auf den Dörfern
Das Dorf ist nicht nur die ländliche Idylle, die die Städter gern in
ihm sehen. So kann zum Beispiel die Überschaubarkeit der Nachbarschaft
nicht nur sehr gemütlich sein, sondern auch zur Quelle von
"Dorftratsch", und so für Einzelne zur quälenden Enge
werden.
Die Bauern sind in ihrer wirtschaftlichen Lage oft gefährdeter als die
Stadtbewohner: Sie sind direkt abhängig von der für sie in vielen
unberechenbaren Natur. Erkrankt z.B. das Vie an einer seltenen Krankheit,
so sind sie diesem Unglück ausgeliefert und können sich nur fragen:
"Warum gerade ich?"
Im Dorf haben nun viele Leute sehr große Angst vor der Hexe und wollen
sich gegen sie schützen. Aus diesem Grunde kaufen sie
"Enthexungsmittel" bei Händlern oder in der Apotheke,
Substanzen, die meist sehr stinken, wenn man sie verbrennt.
Kommt es tatsächlich zu einem Unglücksfall, springt der Funke über:
Die übliche Hexenvorstellung mischt sich mit dem Glauben, einen bestimmt
Frau verübe schädigenden Zauber. Die Hexe ist "erkannt" und
wird nun verfolgt.
Oft sind es alte Gegnerinnen dieser Frauen, die als
erste die Beschuldigung erheben.
Genau wie bei uns in der Stadt gibt es
auf dem Land auch Menschen, die immer gegen andere reden müssen. Hier
sehen wir ein Frau, die in der selben Zeit ein "ächt deutsches
Hexenpulver" gegen ihre Feindinnen verkaufte.
Ein großer Spezialist im Umgang mit diesen Mitteln ist der
"Hexenbanner". Aber auch ganz normale Leute können ein paar
schützende Sprüche, die sie aufsagen, wenn sie Haus und Stall
ausräuchern, damit die Hexe nicht mehr schaden kann.
Zum persönlichen Schutz dienen kleine Amulette,
"Himmelsbriefe" usw. Diese Amulett ist mit einem
"Drudenfuß" bemalt.
Man glaubt, es sei ein sehr altes Zeichen,
das früher von keltischen Zauberern "Druden" benutzt wurde.
Hexenbanner machen manchmal recht gute Geschäfte mit solchen Amulette,
d.h. sie scheinen dem Betroffenen tatsächlich ein Stück von seiner Angst
zu nehmen.
Durch andere Symbole will man die Hexe vom Haus fernhalten.
An diesen
gekreuzten Sensen sollen sie nicht vorbeikommen: Da das Kreuz für
Hexen nicht überwindbar, das Christentum ist stärker als das "Teuflische".
An dieser Abwehrmaßnahme sieht man aber auch, wie groß die Wut der Leute
auf die Hexe ist: Wen wird man schon mit der Sense bedrohen.
Die Hexe stellt man sich vor, ist ein hässliche alte Frau, die durch
ihren Blick oder mit aller Sprüchen und Substanzen Schadenszauber
verübt. Die Leute erzählen sich gerne schaurige Geschichten darüber.
Zum Beispiel erzählt man sich, dass die Hexen andere Menschen
umbringen, weil sie mit ihnen Streit haben, oder einfach nur so, aus
Bosheit. Das machen sie, indem sie eine Puppe, die ihr Opfer darstellt,
"erstechen". Das Opfer muss nun sterben wie die Puppe.
Für die hexengläubigen Dorfbewohner hat der ganze Vorgang eine große
Bedeutung. Sie wissen nun, wer an ihrem Unglück schuld ist und haben das
Gefühl, sie hätten diese Ursache durch die Mittel und Amulette unter
Kontrolle. Wer lebt nicht gerne in dem Glauben, er sei nun gegen alle
unbekannten Gefahren geschützt.
Das Kruse Archiv enthält ein ganze Reihe von erschütternden Briefen,
welche von verfolgten Frauen geschrieben wurden. Ihre Rolle als
"Hexe" hat sie völlig erdrückt, sie werden von allen gehasst.
Die einzige Lösung ist oft nur noch, an einen anderen Ort zu ziehen.