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| ::: Die Frauenbewegung zu den Hexen ::: |
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Die Frauenbewegung zu den Hexen
Es begann in Italien im November 1977 als Reaktion auf brutale
Vergewaltigungen von Frauen: viele Italienerinnen gingen auf die Straße,
um sich "die Nacht zurückzuholen", um einmal ohne Angst
abends durch die Stadt gehen zu können. Die Frauen gingen zusammen und sie gingen als "Hexen"
verkleidet. So wollten sie allen zeigen, dass sich Frauen jetzt besser
wehren wollten gegen männliche Belästigungen.
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"Zittert, zittert, die Hexen sind zurückgekehrt!"
lautete ihre Parole. Seitdem wird alljährlich, auch in der BRD, die
"Walpurgisnacht" (30.April) in der Frauenbewegung gefeiert.
Die "Hexen" sind zum Symbol weiblichen Widerstandes geworden.
Aus dem " von Männern geschaffenen Schimpfwort wurde eine gegen diese gerichtete Selbstbezichtigung: wenn
Frau sich selber "Hexe" nennt, so denkt sie dabei an die furchterregenden , aber auch starken Züge des Hexenbildes.
Mit der historischen Hexenverfolgung, wie es im Völkerkundemuseum in
Hamburg dargestellt wurde, hat all dies nur bedingt zu tun. Zwar wird versucht, die ,
"Geschichte der namenslosen Frauen" aus der uns gelehrten Geschichte herauszufiltern, was auch unser Anliegen ist, aber andererseits wird historisches Wunschdenken praktiziert: Müssen die Hexen denn stark, mutig, klug, überlegen und schön sein, damit wir sie beneiden können?
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Courage 2/73 - Nachrichten Zur Freude der Hexen
Während der diesjährigen Walpurgisnacht wurden in Hamburgelf Frauen festgenommen, von denen zwei angeklagt wurden.
Im ersten Prozess Ende November lautete die Anklage auf: Widerstand gegen die Staatsgewalt - Körperverletzung-Sachbeschädigung.
Einer Frau wurde vorgeworfen, mindestens zwölf Kaufhausfensterscheiben mit Parolen besprüht zu haben.
Außerdem soll sie sich schlagkräftig gegen einen Polizisten zur Wehr gesetzt haben, obwohl er ihr eine Pistole an die Schläfe hielt, mit der er auch zwischendurch die umstehenden Frauen bedrohte.
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Der angeblich durch diese eine Frau entstandene Schaden beläuft sich bisher auf 4.530,- DM, der Polizist forderte 4.000 DM Schadenersatz und die Firma Karstadt 530
DM. Am ersten Verhandlungstag vor dem Jugendgericht erschienen ca. 50 Frauen, was das Gericht in Verwunderung versetzte, da dies bei Demo-Prozessen sonst nicht üblich ist. Vorgeladen waren die Zeugen der Staatsanwaltschaft: Vertreter der Firmen Karstadt und
Kepa, der Polizist, der Sabine festgenommen hatte und ein Kollege von ihm. Die Zeugen erinnerten sich an aufgesprühte Kringel mit. Kreuzen (99 ) und nach einigem Nachfragen und stotternd an die Parole:
"Ich bin lesbisch - und Du?"
Der Hauptbelastungszeuge (Polizist Behnke) litt in ziemlich allen Punkten an Gedächtnisschwund; er dachte
z.B., dass es Tag war, er wusste nicht, dass Sabine geschminkt war und , konnte sich weder genau an seine eigenen Verletzungen erinnern (?Da müssten Sie den lieben
Arzt fragen"), noch daran, dass er Sabine geschlagen hatte, ?um sie zur Besinnung zu bringen", wie er aber selbst zu Protokoll gegeben hatte.
Sehr exakt konnte er sich dagegen an die Sabine belastenden Faktoren
erinnern. Er konnte sie immer wieder in einer Horde von Frauen angeblich beim Sprühen erkennen, wobei sein einziges Kriterium ihre pummelige Figur war.
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Ganz direkt formulierte er auch seine Motivation, sich dann schließlich Sabine zu greifen: ?Ein zusammengeschlagener Polizist kann sich doch nicht so einfach aus der Affäre ziehen". Den Vorhalt, dass er doch wohl von anderen Frauen verletzt worden sei, entkräftete er mit seiner speziellen Logik:
"Die kennen sich doch alle".
Am zweiten Verhandlungstag waren 9 Zeuginnen der Verteidigung geladen, die glaubwürdig die Anklage in allen Punkten
widerlegen konnten, Dem Staatsanwalt war deutlich anzusehen, wie schwer es ihm fiel,
selbst auf Freispruch plädieren zu müssen.
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