|
Die Abbildung "sadistischer Folterknechte" und meist nackter
junger Hexen könnte eine versteckte Form der Pornographie für die
"sittenstrengen" Bürger jener Zeit gewesen sein.
Viele Bilder zeigen die Hexe als leidendes Opfer oder unbeirrbare
Heldin. Man versuchte, sich mit Hilfe der pathetischen Gefühlshaltung
jener Zeit in die unverständlich gewordenen Vergangenheit hinein zu
versetzen.
In manchen Bildern wird auch die Tradition der erotisch-geheimnisvollen
Sabbatbilder fortgesetzt. Sie reichen aber in der Ausdruckskraft nicht
mehr an Grien, Dürer oder Goya heran- mit der Zeit der Hexenjagd war auch
die Zeit der Hexenmalerei zuenden gegangen. Moderne Hexenbilder
Heute sind die Hexen nur selten der Gegenstand ernst zu nehmender künstlerischer Versuche und die Zeit der Historienmalerei ist mit dem 19. Jahrhunder zu Ende gegangen. Die Darstellung der "modernen Hexen" in Zeitungen und Bildbänden haben wir im Kapitel über den "Wicca-Kult" genauer beschrieben. In Kinderbüchern, Comics usw. wird heute seltener die grausame Hexe aus "Grimms Märchen" abgebildet
Die Hexe ist heute meist eine lustige (Gundel Gaukeley in "Micky Maus") oder sogar freundliche (Otfried Preusslers "kleine Hexe") Figur. Die Frauenbewegung hat das Motiv auf eine ganz andere Art aufgenommen.
Sie übernimmt das Bild der geheimnisvollen und gefährlich starken Zauberin. Aber es wird positiv bewertet, als Ausdruck ihrer Stärke und Unabhängigkeit. Die "wahre Natur" der Frau und der weibliche Körper ist weiterhin ein beherrschendes Thema vieler Bilder.
|